Tiefe respiratorische Sekrete

INDIKATION

ENTNAHME

GEFÄSSE + TRANSPORT

ERREGER

 
  1. Bakterielle Atemwegsinfektionen oder deren Ausschluss
     
  2. Nachweis resistenter Erreger bei Mukoviscidose, Beatmung
     
  3. Tuberkulose und atypische Mykobakterien
  1. Sputum
    Patient soll den Mund mit Leitungswasser mehrfach spülen, danach 10 mal hintereinander tief ein- und ausatmen, Sekret abhusten und ins beschriftete Gefäss ausspucken – Gefäss sofort weiterleiten
     
  2. Trachealsekret, Bronchialsekret
    Möglichst unmittelbar nach Wechsel des Trachealtubus Absaugkatheter so tief wie möglich einführen und Sekret absaugen; am besten mehrere Sekrete verschiedener Lokalisation gewinnen
     
  3. Bronchoskopisch gewonnenes Bronchialsekret; Bronchiallavage – Bronchoalveoläre Lav
    Sekrete im Mund-Nasen und Rachenraum vor der Bronchoskopie abgesaugen (d); Spitze des Bronchoskopes in das Bronchuslumen einführen und abdichten; bis zu 150 ml steriles NaCl (isotonisch) einspritzen und nach kurzer Einwirkung absaugen; Lavage in Gefässen (e) auffangen

50 ml Röhrchen (steril) oder 20 ml Röhrchen (steril)
 
Kühl lagern;
Transport in 3-6 Stunden;
 
Bei längerem Transport Material in Kleine Glasflasche (steril) geben und kühlen

Alle kultivierbaren, aeroben und mikroaerophilen Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze, wie Staphylokoken, Streptokokken, Enterokokken, Haemophilus, Enterobakterien, Pseudomonas, Candida und Aspergillus
 
Für die Kultur von Mycobacterium tuberculosis oder atypischen Mykobakterien sind Bronchialsekret und
lavage sinnvollstes Material
PCR für M .tuberculosis auf spezielle Anforderung
 
Untersuchungen auf Aktinomyceten, Legionella, Pneumocystis und Nocardia nur aus Bronchialsekret und lavage spezielle Anforderung
 
Virusnachweise sollten per Antikörpernachweis erfolgen

 

Anmerkungen:

a) In Sputum und Trachealsekret finden nur geringe Mengen relevanter Erreger; um sicheren Nachweis oder Ausschluss ist immer Bronchialsekret oder Bronchiallavage zu empfehlen

b) Bei atypischem Verlauf und im Falle von Therapieresistenz sollten serologische Nachweise von nicht-kultivierbaren Erregern wie Chlamydia pneumoniae, Mykoplasma pneumoniae, Legionella pneumophila (im Urin) Coxiella burnetii erfolgen.

c) Aspiration auf Einsendeformblatt angeben, damit auch nach Anaerobiern gesucht wird

d) Lokalanästhetica wirken antibakteriell; im kritischen Fall ohne lokale Anästhesie arbeiten

e) Im Labor werden die verschiedenen Röhrchen der Lavage zusammengegeben